Ausstellung 2010

Begegnungen
Kuratorin: Silvie Aigner
07. 05. 2010, 18 Uhr
Führung für unterstützende Mitglieder des Museums
09. 05. 2010, 15 Uhr
Muttertagsführung: jede Mutter erhält eine kleine
Überraschung
21. 05. 2010, 18 Uhr
„Begegnungen“ Vortrag von Mag. Silvie Aigner
24. 09. 2010, 18 Uhr
„Anton Koligs Vision vom Welttheater“ Vortrag von
Mag. Sigrid Diewald
26. 09. 2010, 14 Uhr
Tag des Denkmals: Gratisführung
02. 10. 2010, 10 bis 18 Uhr
Gratisführungen zum Polentafest
02. und 03.10. 2010, 18 bis 1 Uhr
Lange Nacht der Museen
30. 10. 2010, 17 Uhr
„Längst lebe ich vergessen im Gedicht“
Zur Bücherverbrennung 1938. Literarisch-musikalischer
Abend mit Claudia Rosenwirth-Fendre, Sandra Sovdat,
Gunther Spath und Peter Clar
Die Künstler > Sebastian Isepp
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Sebastian Isepp (1884-1954)

Sebastian Isepp wurde am 18. Februar 1884 als drittes von fünf Kindern des Ehepaares Ursula und Sebastian Isepp sen. in Nötsch im Kärntner Gailtal geboren. Nach ausgezeichnetem Abschluss der Realschule in Marburg 1903, begann er noch im selben Jahr sein Studium bei Rudolf Bacher an der Akademie der bildenden Künste in Wien, das er 1907 beendete. Bereits ab 1908 war Isepp mit seinen Werken regelmäßig bis 1918 in den Frühjahrsausstellungen der Wiener Secession vertreten, der er 1909 - 1911 als ordentliches Mitglied angehörte. Eine Ausnahme bildete nur das Jahr 1911, in dem er sich an der für die österreichische Moderne richtungsweisenden "Sonderausstellung Malerei und Plastik" beteiligte, welche die "Neukunstgruppe" in den Räumen des Wiener Hagenbundes veranstaltete. Dabei wurden Isepp sogar zwei eigene Räume für die Präsentation seiner Bilder zur Verfügung gestellt, ein Privileg, das lediglich noch Oskar Kokoschka zufiel, mit dem ihn zeitlebens eine enge Freundschaft verbinden sollte.
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Sebastian Isepps künstlerisches Interesse galt aber nicht ausschließlich der Malerei, sondern äußerte sich überdies auch im handwerklichen Bereich bei bildhauerischen oder kunsthandwerklichen Arbeiten. Weiters war er sehr musikalisch, und zusammen mit seinem Bruder Hubert widmete er sich der Restaurierung und dem Bau alter Saiteninstrumente. Diese vielseitigen Begabungen brachten ihm auch den Ruf eines gern gesehenen Gastes in den fortschrittlichen Intellektuellenzirkeln Wiens des frühen 20. Jahrhunderts ein. Er unterhielt zahlreiche Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten aus Kunst, Musik und Literatur jener Zeit wie zum Beispiel Eugenie und Hermann Schwarzwald, Berta Zuckerkandl, Adolf Loos, Rainer Maria Rilke, Egon Wellesz und Hugo von Hofmannsthal.
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1915 meldete sich Isepp als Einjährig Freiwilliger zum Landsturm Infanterieregiment Nr. 4 und wurde trotz ursprünglicher Untauglichkeit zum Waffendienst zugelassen. Im Frühjahr 1916 wurde er an die italienische Südwestfront entsandt, wo er mehrere Isonzo-Schlachten mitmachen musste, und 1917/18 kämpfte er auf den Karnischen Alpen im Oberen Gailtal. Nach Kriegsende kehrte Isepp nach Nötsch zurück, verlegte aber 1921 seinen Hauptwohnsitz nach Wien, wo er seine regen gesellschaftlichen Verbindungen wieder aufnahm. In diesen Kreisen wurde vor allem sein Kunstverstand und sein Talent bei der Restaurierung alter Gemälde geschätzt. In der Folge verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit immer mehr von der eigenschöpferischen Malerei hin zum professionellen Restaurieren historischer Kunstwerke. Zuerst noch freiberuflich als Restaurator tätig, betreute er u. a. die Sammlungen Seilern und Liechtenstein, bis er 1928 am Wiener Kunsthistorischen Museum angestellt wurde, wo man ihn 1936 zum Leiter der Restaurierwerkstätte ernannte.
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Schließlich musste Sebastian Isepp 1938 aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Frau Helene, Tochter des Wiener Bankdirektors Dr. Paul Hammerschlag und ausgebildete Sängerin, die er 1925 geheiratet hatte, Wien überstürzt verlassen und mit seiner Familie nach London emigrieren. In England konnte er sich eine neue Existenz aufbauen und arbeitete als anerkannter Restaurator für das Ashmolean Museum in Oxfort, die National Gallery und die königlichen Sammlungen, bis er am 3. Dezember 1954 in London verstarb.