Ausstellung 2010

Begegnungen
Kuratorin: Silvie Aigner
07. 05. 2010, 18 Uhr
Führung für unterstützende Mitglieder des Museums
09. 05. 2010, 15 Uhr
Muttertagsführung: jede Mutter erhält eine kleine
Überraschung
21. 05. 2010, 18 Uhr
„Begegnungen“ Vortrag von Mag. Silvie Aigner
24. 09. 2010, 18 Uhr
„Anton Koligs Vision vom Welttheater“ Vortrag von
Mag. Sigrid Diewald
26. 09. 2010, 14 Uhr
Tag des Denkmals: Gratisführung
02. 10. 2010, 10 bis 18 Uhr
Gratisführungen zum Polentafest
02. und 03.10. 2010, 18 bis 1 Uhr
Lange Nacht der Museen
30. 10. 2010, 17 Uhr
„Längst lebe ich vergessen im Gedicht“
Zur Bücherverbrennung 1938. Literarisch-musikalischer
Abend mit Claudia Rosenwirth-Fendre, Sandra Sovdat,
Gunther Spath und Peter Clar
Die Künstler > Franz Wiegele
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Franz Wiegele (1887-1944)

Franz Wiegele wurde am 23. Februar 1887 als drittes von vier Kindern des Ehepaares Gertrud und Franz Wiegele sen. in Nötsch geboren. Der Vater war Maschinenschlosser und betrieb in Nötsch eine Schmiede. Nach dem Besuch der Realschule in Klagenfurt begann der junge Wiegele 1907 auf Anraten seines Freundes Sebastian Isepp das Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er Anton Kolig kennenlernte. Zwischen den beiden angehenden Künstlern entwickelte sich rasch eine Freundschaft, die 1911 durch Koligs Heirat mit Wiegeles Schwester Katharina zusätzlich in ein verwandtschaftliches Verhältnis überging. Aus Protest gegen den akademischen Lehrbetrieb gründete Wiegele auf Initiative Egon Schieles mit Gleichgesinnten am 17. Juni 1909 die "Neukunstgruppe" und trat noch im Herbst des selben Jahres mit dieser Formierung aus der Akademie aus. Bereits im Dezember 1909 fand die erste Ausstellung der Gruppe im Wiener Kunstsalon Pisko statt. Im Februar 1911 nahm Wiegele mit dem Bild "Akte im Walde" und neun Zeichnungen an der bahnbrechenden "Sonderausstellung für Malerei und Plastik" in den Räumen des Hagenbundes teil. Dabei wurde Carl Moll auf ihn aufmerksam, der Wiegele und Kolig mit Hilfe der Kathi-Fröhlich-Stiftung und privaten Mäzenen ein Reisestipendium vermittelte. So begab sich Wiegele im Herbst 1912 nach Paris, bereiste in der Folge Holland und Frankreich, ging schließlich 1914 nach Marokko und Algerien, wo er vom Ausbruch des 1. Weltkrieges überrascht, von den Franzosen gefangengenommen und in einem Lager in Sebdou einem Arbeitsdienst zugeteilt wurde.
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Als er sich jedoch eine schwere Lungenkrankheit zugezogen hatte, wurde er auf die Insel St. Marguerite vor Cannes überstellt. Auf Intervention des österreichischen Gesandten in Zürich konnte er 1916 als Austauschgefangener in das Sanatorium Lenzerheide bei Chur verlegt werden. Von 1917 bis 1925 hielt sich Wiegele überwiegend in der Schweiz auf. Er besaß in Zürich ein Atelier, wo er hauptsächlich Porträts und Stilleben malte. Zu seinen Förderern und Freunden während der Schweizer Jahre zählten vor allem die Sammlerfamilie Reinhart, der Jurist Gottfried Stiefel und dessen Schwester Lise Rioult, der Komponist Othmar Schoeck, Hermann Haller, Karl Hofer, Hermann Hesse und die Tänzerin Luise Zodel. 1925 kehrte er schließlich endgültig nach Nötsch zurück. Neben der Malerei widmete er sich auch leidenschaftlich der Jagd und der Rosenzucht. 1937 machte sich ein schweres Augenleiden bemerkbar, von dem er sich nicht mehr ganz erholte. Am 17. Dezember 1944 trafen Fliegerbomben das Wohn- und Atelierhaus Wiegeles, wobei der Künstler gemeinsam mit seiner Mutter, seiner Schwester Hedwig Fina und deren Ziehtochter Maria Kassin verstarb.